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EK VOM 31.08.2010 |
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Nächtliches Geflatter Auf den Spuren der Fledermäuse
Von Stella Wendlandt
Pfünz (EK) Unter dem Motto „Das geheime Nachtleben von Pfünz" erlebten rund 40 Besucher die 14. Europäische Fledermausnacht. Im Taschenlampen-Lichtstrahl gab es dabei zahlreiche lebende Exemplare und eine Zwergfledermaus-Mumie zu sehen. „Sie werden heute Abend zum Fledermausexperten", verspricht Willi Reinbold der Besuchergruppe, die sich neugierig um den Vogelkundler gestellt hat. Auf einem aufklappbaren Tisch liegen Prospekte und Bücher über die Fledermaus. Nach einer Einführung zieht Reinbold etwas ganz Besonderes hervor. „Jetzt dürfen alle eine echte Fledermaus streicheln", sagt er zu den begeisterten Kindern. Er hält ein Kästchen mit einer mumifizierten Zwergfledermaus hoch. „Die ist ganz natürlich an der Luft ausgetrocknet und wiegt jetzt nur noch ein Gramm." Vorsichtig streicheln die Besucher das Fell, das soviel weicher ist, als das eines Hamsters. Oft werde die Zwergfledermaus für eine Babyfledermaus gehalten, klärt Reinbold einen der vielen Fledermaus- Irrtümer auf. Erstaunlich sei, dass die Tiere nur gezielt ihren Ultraschall ausstoßen und nicht ununterbrochen benutzen. „Die Fledermaus ist stets bemüht, Energie zu sparen. Sie lernt ihre Flugroute auswendig und weiß im Blindflug, wo ihr Flugloch ist, wo ein Baum steht." Normalerweise kann ein Mensch die Ultraschalllaute der Fledermaus, die bis zu 120 Dezibel hoch sind, nicht hören. Der ehrenamtliche Fledermausschützer schaltet daher einen Fledermausdetektor ein, der die hohen Laute in tiefere Sequenzen übersetzt. „Das wird kein Vogelgezwitscher", kündigt er an. Doch die Fledermäuse scheinen noch nicht sehr aktiv zu sein. Nur vereinzelt sind ein Klicken und Zischen zu hören, aber von Lauten, die sich anhören wie ein „Maschinengewehr" kann nicht die Rede sein. „Auf meine Mausohren kann man sich relativ gut verlassen", erklärt Reinbold, der seinem außergewöhnlichen Hobby schon seit 20 Jahren nachgeht. „Wenn es dunkel wird, das wird um circa 20 Uhr 40 sein, dann fliegt das große Mausohr aus", verspricht er. Im Landkreis Eichstätt gibt es allein 16 Fledermausarten, drei von ihnen sogar aus wärmeren Gefilden, die vom Mittelmeer nach Bayern gekommen sind. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Die Besuchergruppe setzt sich in Bewegung zum Kirchfriedhof. Mit gereckten Köpfen erwarten alle gespannt den nächtlichen Ausflug aus dem Kirchturm, aus dem von zwei Seiten das Große Mausohr fliegen soll. Es geht los: erst nur vereinzelt, aber dann immer öfter flattert eine Fledermaus durch den Lichtstrahl der Taschenlampen, die auf beide Fluglöcher gerichtet sind. Manche zischen dicht an den Köpfen der Besucher vorbei. Bis zu 300 Tiere könnten sich in dem Kirchstuhl befinden, einem beliebten Fledermausquartier. Sonst mögen es die Flattertiere gern in Baumhöhlen oder Kellern. „Viele Leute kommen zu mir, wenn sie Fledermäuse in ihrem Haus entdecken. Die wollen dann, dass ich die Tiere da raus hole", berichtet Reinbold von seiner Arbeit. Dabei seien Fledermäuse ganz ungefährlich und man könne „hervorragend mit ihnen leben". Wer sein Haus sanieren will, könne dies problemlos von Mitte März bis Mitte September tun, rät Reinbold. Schließlich suchen die Fledermäuse nur im Winter im warmen Dachstuhl Unterschlupf. „Wenn ich den Leuten dann eine halbe Stunde von den Fledermäusen erzählt habe, wollen sie die Tiere meist doch behalten."
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EK vom 31.08.2010 | EK vom 12.08.2010
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